Das Leben im Untergrund: Projektwoche


CIMG6054.JPG Nach den Sommerferien begann für uns das 10. Schuljahr mit einer Projektwoche, in der wir auf die MSA-Prüfungen mit den verschiedenen Techniken der Präsentation vertraut gemacht werden sollten.

Wir erhielten konkrete Arbeitsaufträge aus den Bereichen der Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften.

In Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum untersuchten wir das Leben im Untergrund auf dem Schulgelände und der näheren Umgebung. Von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Museums erhielt jede Arbeitsgruppe gezielte Arbeitsaufträge, Hinweise und Untersuchungsmaterial. Unsere Arbeit begann zunächst im Außengelände. Hier beobachteten wir in einem zugewiesenen Gebiet die dort lebenden Insekten. Um zu erfahren, welche Organismen im Boden leben, nahmen wir auch eine Bodenprobe aus dem jeweiligen Beobachtungsgebiet mit. Einige mussten ihre Abneigung gegenüber Spinnen und anderen „Krabbeltieren“ schnell ablegen.

Dabei half uns die Biologin Anja Friedrichs. Sie erklärte uns, wie wir mit den Insekten umgehen müssen. Nachdem wir die anfänglichen Kontaktschwierigkeiten überwunden hatten, zeigten wir uns voller Stolz gegenseitig die gesammelten Exemplare. Hierbei stellten wir fest, dass jede Gruppe unterschiedliche Insekten gefunden hatte.

Zunächst bereiteten wir unsere Bodenproben auf und fertigten einen Berlesetrichter an. Dieser nach dem Entomologen benannte Trichter sollte Insekten aus den Bodenproben sichtbar machen. Im 2. Arbeitsschritt untersuchten wir den Bau der Insekten, ihr Fress- und Tarnverhalten. Wir erfuhren durch Nachforschen in verschiedenen wissenschaftlichen Büchern und im Internet, dass sich Zitterspinnen und Weberknechte zum Verwechseln ähneln. Bei genauen Betrachten unter der Standlupe zeigten sich deutliche Unterschiede. Auch stellte sich heraus, dass ein Tausendfüßer keine 1000 Füße hat und der Ohrwurm gar kein Wurm ist. Früher schlief man häufig auf dem Stroh und sah dann wurmartige Gebilde über das Stroh laufen. Man glaubte, dass einem diese Tiere während des Schlafens ins Ohr kriechen. Beim Berühren einer Wanze erkannten wir sehr schnell, welches clevere Tarnverhalten dieses Tier bevorzugt. Der Gestank war noch lange an unseren Händen zu riechen. Zu unseren Aufgaben gehörte es auch, ein Insekt so genau wie möglich zu zeichnen. Für viele von uns war das eine echte Herausforderung. Man musste die Tiere genau beobachten. Auch Wissenschaftler zeichnen noch heute ihre Objekte.

Alle unsere Ergebnisse trugen wir in der Arbeitsgruppe zusammen. Der Höhepunkt der Arbeitstage war die Gruppenpräsentation. Jede Gruppe musste selbstständig die Präsentation vorbereiten. Für fachliche Fragen standen uns Frau Friedrichs und unsere Lehrer zur Verfügung und bei der Materialaufbereitung (Fotos, Folien) unterstützte uns Herr Meinke.

Wir waren überrascht wie schnell die Vorbereitungszeit verging und wurden nervös. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse sollte vor einer kleinen Prüfungskommission stattfinden und bewertet werden.

Für uns waren diese Tage eine wertvolle Erfahrung. Wir erhielten Hinweise für unsere Präsentation, lernten, was es heißt vor einem Prüfungsgremium zu reden und anschließend auf die Fragen der Prüfenden zu antworten.

Wir wissen jetzt, dass wir rechtzeitig mit der Bearbeitung beginnen müssen und auch darauf achten, dass sich jeder in unserer Gruppe aktiv mit einbringen muss.

Text: Ute Prengemann

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